Kooperation

Öffnung von Schule durch Zusammenarbeit

Nur durch eine kooperative Zusammenarbeit aller Mitglieder der Schulgemeinschaft kann Unterricht und Erziehung der uns anvertrauten Kinder gelingen.

Die Kooperation innerhalb des Kollegiums ist durch die Schulprogrammarbeit verbessert worden.

Durch Gespräche über die Arbeit an der Schule konnte die Schulleiterin zu Beginn ihrer Dienstzeit im August 2001 an der Saatschule jedes Kollegiumsmitglied kennen lernen und zur bestehenden Schulprogrammarbeit sowie zu individuellen Fortbildungswünschen hören. In diesen Gesprächen entstand bei vielen die Idee, die Schule mit einer Pflanze zu vergleichen. Diese Idee kam später im Rahmen der Umbenennung von „Martin-Luther-Schule" in „Saatschule" mit zum Tragen.

Vor allem im Anschluss an den Schulprogrammdialog zur ersten Fassung gab es vermehrt gegenseitige Hospitationen, viele Klassenräume stehen während des Unterrichtes offen. Ansprechpartner/innen für jedes Unterrichtsfach erleichtern die Arbeit in Fachkonferenzen. Jahrgangskonferenzen helfen bei der inhaltlichen Arbeit, insbesondere zum Förderkonzept. Nicht nur im ersten, sondern in jedem Jahrgang gibt es Förderschienen; ein differenziertes Konzept ermöglicht die Förderung lernstarker wie schwächer lernender Kinder.

Die Lehramtsanwärterin in der Ausbildung ist eng in die Arbeit des Kollegiums involviert. Die Saatschule beteiligt sich zu jeder Phase an der Ausbildungsarbeit und ist dem Studienseminar Lüdenscheid angeschlossen. In der Vorbereitung auf eigenverantwortlichen Unterricht helfen Kollegen/Kolleginnen als Mentoren und als Ausbildungskoordinatorin. Unterrichtsbesuche und Ausbildungskonferenzen dienen zur Absprache und Koordination der Ausbildung. Hinzu kommen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zur Umsetzung neuer Unterrichtsmethoden und -konzepte. Außerdem nimmt das Kollegium bei Interesse an Workshops und Vorträgen im Rahmen von schulinternen Lehrerfortbildungsmaßnahmen des Studienseminars teil.

Für eine erfolgreiche Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus unabdingbar. Nur wenn Eltern sich mit den pädagogischen Intentionen der Schule identifizieren und aktiv das Schulleben mitgestalten, kann eine gemeinsame Erziehung der uns anvertrauten Kinder gelingen. So führen wir in jedem Halbjahr Klassenpflegschaftssitzungen und Elternsprechzeiten durch. Die Schulpflegschaftssitzungen und die Schulkonferenzen sind wesentliche Gremien für die Mitentscheidungen von Eltern. Darüber hinaus gibt es zahlreiche formelle und informelle Gespräche zu einzelnen Kindern.

Besonders bewährt hat sich die Begleitung von Unterrichtsgängen und Fahrten durch Eltern oder auch die Mithilfe bei Bastel- und Backaktionen, Projekten, Klassen- und Schulfesten sowie bei der Radfahrausbildung. Nach Absprache mit den entsprechenden Klassenleitungen haben Eltern die Möglichkeit, im Unterricht ihrer Klasse zu hospitieren oder sich z.B. als „Lesemütter" einzubringen. Über diese klassenbezogene Mitwirkung hinaus beteiligen sich die Eltern der Saatschule in hohem Maß an schulbezogenen Projekte. Die Zusammenarbeit bei der Erstellung der Broschüre zum Thema „Lernen lernen" gehörte ebenso dazu wie die Ausgestaltung unseres „Friedensraumes", der Bau des „grünen Klassenzimmers" oder der Bau des „Friedenshäuschens" auf dem Hof.

Eltern der Saatschule unterstützen in Form von zahlreichen Arbeitsgemeinschaften die Freizeitaktivitäten der Schulkinder an ihrem Schulort. So gibt es zurzeit eine Blockflöten-AG, zwei Querflöten-AGs, in Zusammenarbeit mit dem Schwimmverein Iserlohn eine Schwimm-AG im Anschluss an den Unterricht.

Durch das Einbeziehen in das tägliche Schulleben wird für die Eltern die Arbeit im Unterricht nachvollziehbar und das Vertrauensverhältnis zwischen Schule und Elternhaus wird gestärkt.

Am 11.12.1984 wurde der Förderverein der Saatschule gegründet. Von den Mitgliedsbeiträgen werden Lehr- und Lernmittel angeschafft, die über den Schuletat hinausgehen. Klassenfahrten, Schulprojekte und Schulfeste werden unterstützt. Der erste Jahrgang erhält alljährlich für eine zusätzliche Ausstattung 150 €. Zuletzt war der Förderverein engagiert in der Projektarbeit "Schulhofgestaltung" und hat auch eine Lautsprecheranlage finanziert, die für unsere jahreszeitlichen Feiern in der Turnhalle oder auf dem Schulhof sowie für die Einschulungsfeier zur Begrüßung der neuen Schulkinder genutzt wird.

Der Förderverein hat eine große Anzahl an Mitgliedern, deren Kinder ehemalig die Saatschule besuchten. Sie unterstützen unsere Arbeit gerne weiterhin.

Seit dem Schuljahr 2002/2003 gibt es an der Saatschule für die Familien die Möglichkeit der „Betreuung von 8 bis 1". Die Trägerschaft hat die Evangelische Jugendhilfe übernommen, mit deren Vertretern organisatorische und inhaltliche Fragen in guter Zusammenarbeit gelöst werden können. Es gibt drei ehemalige Schülerinnen-Mütter, die als Bertreuungskräfte auch guten Kontakt zu den Lehrerinnen der von ihnen zu betreuenden Kinder halten. Die Nachfrage nach einer Betreuungsmöglichkeit ist inzwischen so groß, dass eine zweite Gruppe beantragt wurde. Eine detaillierte Elternabfrage bezüglich der Einrichtung des offenen Ganztagsangebotes der Saatschule ergab den Wunsch, dies im Schuljahr 2007/2008 in Zusammenarbeit mit der Stadt Iserlohn anzugehen.

Für die Übergänge der Kinder wird die Kooperation mit den Kindergärten ebenso gepflegt wie die mit den weiterführenden Schulen.

Der Eintritt in die Schule ist für die Kinder ein bedeutsamer Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Grundlegende Vorbereitungen und schrittweises Hineinfinden in den Schulalltag sind für das Einleben wichtig. Zur Anmeldung im November kommen die zukünftigen Schulkinder mit ihren Eltern in die Saatschule. Vor der Anmeldung bei der Stadt sind alle zukünftigen Schulkinder zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Sie bekommen einen ersten Eindruck vom Schulleben und können aufkommende Ängste vor Neuem abbauen. Im Gespräch mit dem Kind und den Eltern werden erste Beobachtungen zur Entwicklung und Schulfähigkeit gemacht bzw. erfragt. Lehrkräfte der Saatschule gehen später zur Hospitation und zu Gesprächen mit den Erzieherinnen in die Kindergärten.

In einer Werkstatt zur Schuleingangsdiagnostik werden alle Kinder  beobachtet. In ausführlichen Elterngesprächen  werden die Eltern anschließend gezielt beraten.

Nach den Osterferien besuchen die Kinder mit ihrer Kindergartengruppe die ersten Schuljahre. Hier nehmen sie in Kleingruppen am Unterricht teil. Sie bekommen erste Eindrücke vom Geschehen in der Klasse und erleben eine Frühstücks- und Hofpause sowie eine Sportstunde in unserer Turnhalle.

Für die Eltern gibt es eine erste Informationsveranstaltung in der Schule meist in der letzten Woche vor den Sommerferien mit den dann in der Regel feststehenden Klassenleitungen der neuen ersten Klassen. Hier ist ein Forum zum Kennenlernen und zur Klärung vieler Fragen bezüglich der Einschulung.

Die Einschulung der neuen Schulkinder beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst für die Familien. Eine kleine Feier soll die neuen Schulkinder in der Saatschule begrüßen. Dann erfolgt die erste Unterrichtsstunde in der Klasse. Der Förderverein und die Eltern der 2. Klassen bewirten die erwachsenen Gäste unter unserem Pausendach.

Im Herbst werden die ehemaligen Erzieherinnen in die Schule zum Arbeitskreis „Zusammenarbeit Kindergarten - Saatschule" eingeladen. Hier sind alle  Kindergärten vertreten, die Kinder unseres großen Einzugsgebietes betreuen. Sie treffen sich mit den Klassenleitungen der neuen ersten Klassen und tauschen gegenseitig Erfahrungen aus. Weitere Treffen werden dann verabredet.

Die Kooperation mit den Kindergärten ist in den letzten Jahren vor allem nach dem Wegfall der Schulkindergärten und in Hinblick auf das Konzept „Neue Schuleingangsphase“ evaluiert worden.

Der Info-Abend für die Eltern der 4-jährigen Kinder wird inzwischen gemeinsam mit der Nachbarschule "Auf der Emst" vorbereitet und durchgeführt. Diese Zusammenarbeit entstand, weil viele Kinder im Überschneidungsgebiet wohnen und fast alle Kindergärten zu beiden Schuleinzugsgebieten gehören.

Für den Übergang zu den weiterführenden Schulen findet im November der Informationsabend für Eltern der Kinder in den vierten Klassen statt. Hier werden die betreffenden Schulformen mit ihren besonderen Aufgaben und Zielsetzungen vorgestellt. Den Eltern wird ein Bogen zur Vorbereitung auf das individuelle Beratungsgespräch mit der Klassenlehrerin mitgegeben, den sie mit dem Kind ausfüllen können.

Nach dem Wechsel gibt es neben den Erprobungsstufenkonferenzen an den weiterführenden Schulen einen Arbeitskreis „Zusammenarbeit Grundschule -weiterführende Schulen". Er hat sich erweitert auf alle Iserlohner Grundschulen und alle weiterführenden Schulen in Iserlohn und trifft sich inzwischen fachbezogen und schulformübergreifend zum Austausch von Unterrichtsinhalten und Methoden.

Die Kooperation mit den Förderschulen ergibt sich aus dem Beratungsbedarf der Kollegen/innen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Hier werden Fragen zu besonderen Förderbereichen besprochen, die sich auf das Kind beziehen. Es werden ebenfalls im dialogischen Prozess Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und Förderortes durchgeführt. Eine Sonderschullehrkraft gehört seit 2008 zum Kollegium und betreut vor allem die Kinder im Gemeinsamen Unterricht, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben.

Der Integrationsgedanke lässt Eltern wie Lehrerinnen in jedem Fall gründlich darüber nachdenken, ob ein gemeinsamer Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder im Klassenverband der Saatschule für das Kind sinnvoll erscheint. Leider sind die Rahmenbedingungen unzureichend, so dass dies ein immer schwieriger zu lösendes Problem für alle Beteiligten darstellt. Eine sehr hohe Klassenfrequenz und der minimale Anteil von Unterrichtsstunden durch Sonderschulkollegen kann nicht immer die optimale Förderung für das Kind garantieren.

Im Zusammenhang mit Kindern, die besonderen Förderbedarf haben, ist der Kontakt zu außerschulischen Beratungsstellen wichtig und wird an der Saatschule gepflegt. Vor allem zum Schulanfang und im Anschluss an die Diagnosewerkstatt im ersten Jahrgang wurden die Eltern intensiv beraten, welche Maßnahmen der außerschulischen Förderung für das Kind wichtig sind. Eine Liste mit Förder- und Beratungsstellen hilft ihnen, die richtige Anlaufstelle zu finden. Bei psychologischen Beratungen vermittelt die Schule gern den Erstkontakt zur Überwindung von Schwellenängsten bei den Familien. Die Eltern sind meistens einverstanden, dass ein Kontakt zwischen den außerschulischen Förderstellen und den Klassenleitungen hergestellt und während der Therapiezeit auch von Seiten der Schule gepflegt wird. Für Kinder mit ADHS - Schwierigkeiten steht dem Kollegium ein Beobachtungsbogen zur Verfügung, der in Zusammenarbeit mit den Eltern ausgefüllt an entsprechende Ärzte weitergereicht wird.

Die Kooperation der Schule mit der Stadt Iserlohn ist zunächst über das Schulverwaltungsamt mit allen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern unabdingbar. Für die baulichen Veränderungen ist das „Kommunale Immobilien-Management" der Stadt zuständig. Mit der Ansprechpartnerin Frau Schumacher werden einmal im Jahr alle anstehenden Sanierungen besprochen. Dies geschieht im Anschluss einer Begehung aller Schulgebäude, der Turn- und Schwimmhalle sowie der Schulhöfe durch die Schulleitung, den Hausmeister und die Sicherheitsbeauftragte aus dem Kollegium.

In den vergangenen drei Jahren wurde eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt im Rahmen des Projektes „Schulhofgestaltung" gepflegt. Gemeinsam mit Eltern, Kolleginnen und städtischen Mitarbeitern entstand ein bewegungsfreudiger Schulhof mit einer Tunnelhangrutsche, einem Wackelbalken, einem Drei-Stufen-Reck, einem Klettergerät, einer Malwand, einem grünen Klassenzimmer und einem Friedenshäuschen. Auch der Beginn von Außenanstricharbeiten des Neubaus mit dem Namensschriftzug der Schule konnte in dieser Zusammenarbeit vorgenommen werden und ist weiter geplant. Gelder für die Spielgeräte wurden vor allem von den Familien der Saatschule im Rahmen eines Sponsorenlaufs und von Aktionen des Fördervereins wie das Waffelbacken am letzten Schultag vor den Osterferien erwirtschaftet. Eine Erneuerung der Schulhofbemalung und - im Rahmen des Ausbaus der Saatschule zur offenen Ganztagsgrundschule - die Einrichtung von Ruhezonen auf dem Schulhof II sind geplant.

Schon seit vielen Jahren arbeitet unsere Schule recht intensiv mit den zuständigen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden zusammen. Beispiele dafür sind nicht nur in der Beschreibung des Religionsunterrichts im Schulprogramm zu finden. Im Rahmen des schulischen Religionsunterrichts besuchen die Schüler und Schülerinnen die Kirchen und Gemeindeeinrichtungen und lassen sich vor Ort informieren.

Im 3.  Schuljahr erteilet der katholische Pfarrer  eine wöchentliche Kontaktstunde in den entsprechenden Religionsgruppen. Von den Pfarrern, Lehrerinnen und Lehrern und den Klassen werden gemeinsam konfessionelle sowie ökumenische Gottesdienste zu Schuljahresbeginn und - ende bzw. bei besonderen Gelegenheiten wie der Einschulung gestaltet. Teile des Kollegiums nehmen andererseits an besonderen Festen in den Gemeinden teil, z.B. an der katholischen Fronleichnamsprozession, die mit einem Gottesdienst auf unserem Schulhof beginnt, oder dem evangelischen Gottesdienst zum alljährlichen Neujahresempfang in Lössel. Außerdem nehmen die evangelischen Kinder der dritten Jahrgänge am katholischen Dankgottesdienst nach der Erstkommunionfeier ihrer Klassenkameraden und Klassenkameradinnen teil usf.

Seit dem Schuljahr 2008 arbeitet die Saatschule intensiv am Konzept der Evangelischen Jugendhilfe ‘JanS’ mit. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen Kurse mit Kleingruppen in der Saatschule durch, etwa zu den Themen:
„Sozial-emotionales Kompetenztraining” oder
„Konfliktlösungsstrategien lernen”, aber auch
„Erlebnissport in der Turnhalle” und „Forscherwerkstatt”.

Es sind noch viele Institutionen zu nennen, mit denen die Saatschule regelmäßig zusammenarbeitet, sei es im Sachunterricht, sei es als Projekt der Klasse oder Schule.

So arbeiten wir mit der Polizei, der Jugendverkehrsschule, der Feuerwehr, dem Gesundheitsamt (auch zur Zahnprophylaxe), dem Kinder- und Jugendbüro vom Amt für Familien- und Jugendhilfe (Projekte wie „Spielmobil-Aktionen" für die zweiten Klassen oder „Mut tut gut" im vierten Jahrgang), der Waldschule im Märkischen Kreis und dem Lösseler Geschichtsverein gerne zusammen. Auch mit handwerklichen Betrieben wie Bäcker usf. und mit zahlreichen Vereinen, die für die Kinder der Schule Freizeitangebote bereithalten, gibt es zahlreiche Kontakte. Eine Liste mit Freizeitangeboten wird bei Bedarf den Eltern zur Kontaktmöglichkeit ausgehändigt.

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